Warmwasser

Boiler entkalken: selbst oder lassen, Kosten und wer zahlt

Woran Sie einen verkalkten Boiler erkennen, ob Sie ihn selbst entkalken können, wovon die Kosten abhängen und wer in der Mietwohnung zahlt.

Inhalt
  1. Woran Sie einen verkalkten Boiler erkennen
  2. Wie oft sollte ein Boiler entkalkt werden?
  3. Kann man einen Boiler selbst entkalken?
  4. Was kostet es, einen Boiler entkalken zu lassen?
  5. Mieter oder Vermieter: wer zahlt das Entkalken?

Woran Sie einen verkalkten Boiler erkennen

Kalk lagert sich in jedem Warmwasserspeicher ab, bei hartem Wasser besonders schnell. Um den Heizstab wirkt er wie eine Dämmschicht. Typische Anzeichen:

  • Das Warmwasser wird früher kalt.
  • Der Boiler braucht länger zum Aufheizen.
  • Er knackt oder rauscht beim Aufheizen.
  • Der Stromverbrauch steigt, ohne dass Sie mehr Warmwasser brauchen.

Bleibt der Kalk im Gerät, arbeitet der Heizstab dauerhaft unter Last und fällt früher aus.

Wie oft sollte ein Boiler entkalkt werden?

Ein festes Intervall gibt es nicht. Entscheidend sind die Wasserhärte und wie viel Warmwasser Sie verbrauchen. Ihre Wasserhärte erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger oder Ihrer Gemeinde, einen Anhaltspunkt gibt außerdem die Bedienungsanleitung des Geräts. Bei der ersten Entkalkung sehen wir, wie viel Kalk sich gebildet hat, und nennen Ihnen danach das passende Intervall.

Kann man einen Boiler selbst entkalken?

Bei einem Elektroboiler ist das technisch möglich, wenn Sie handwerklich geübt sind. So läuft es ab:

  1. Strom abschalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Ist der Boiler fest angeschlossen und nicht über einen Stecker versorgt, gehört das Ab- und Anklemmen in die Hand einer Elektrofachkraft.
  2. Kaltwasserzulauf schließen, einen Warmwasserhahn öffnen und den Speicher entleeren.
  3. Heizflansch ausbauen, Kalk von Hand entnehmen und den Heizstab schonend entkalken.
  4. Die Schutzanode prüfen und tauschen, wenn sie stark abgetragen ist.
  5. Den Flansch mit neuer Dichtung einbauen, den Speicher vollständig füllen und entlüften. Erst dann den Strom wieder einschalten.

Die häufigsten Fehler sind teuer: Wird der Strom eingeschaltet, bevor der Speicher gefüllt ist, kann der Heizstab durchbrennen. Ein schlecht abgedichteter Flansch führt zu einem Wasserschaden. In der Mietwohnung kommt hinzu: Wer das Gerät durch unsachgemäße Arbeit beschädigt, muss laut Arbeiterkammer für den Schaden aufkommen.

Wenn wir entkalken, entleeren wir den Speicher, bauen den Heizflansch aus und entnehmen den Kalk von Hand. Heizstab und Dichtungen prüfen wir im offenen Zustand, halten den Befund mit Fotos fest und nehmen das Gerät nach der Funktionsprüfung wieder in Betrieb. Mehr dazu auf der Seite Boilerentkalkung.

Was kostet es, einen Boiler entkalken zu lassen?

Der Aufwand hängt vor allem von vier Dingen ab:

  • Größe des Speichers. Ein großer Speicher braucht länger zum Entleeren und Reinigen.
  • Verkalkung. Je länger die letzte Entkalkung zurückliegt, desto mehr Kalk muss raus.
  • Einbausituation. Ein Boiler über der Badewanne ist schwerer zugänglich als ein Speicher im Heizraum.
  • Ersatzteile. Eine neue Flanschdichtung, eine Schutzanode oder ein neuer Heizstab, wenn der alte schon geschädigt ist.

Einen Richtwert für Ihr Gerät nennen wir Ihnen nach einem kurzen Telefonat. Gegenzurechnen ist der Strom, den ein verkalkter Heizstab Monat für Monat zusätzlich braucht.

Mieter oder Vermieter: wer zahlt das Entkalken?

In Österreich regelt das Mietrechtsgesetz die Zuständigkeit. Seit der Wohnrechtsnovelle 2015 muss der Vermieter mitvermietete Warmwasserboiler erhalten (§ 3 Abs. 2 Z 2a MRG). Reparatur oder Austausch eines defekten Boilers zahlt also der Vermieter. Für die Wartung ist dagegen der Mieter zuständig (§ 8 Abs. 1 MRG) und trägt auch die Kosten.

Die Arbeiterkammer versteht unter Wartung, dass das Gerät durchgesehen, gereinigt und auf seine Funktion geprüft wird. Entkalken ist eine solche Reinigung und fällt damit in der Regel in den Bereich des Mieters. Ist der Boiler dagegen bereits defekt, etwa weil der Heizstab durchgebrannt ist, ist die Reparatur Sache des Vermieters. Hat der Mieter den Schaden durch vernachlässigte Wartung oder unsachgemäße Arbeit verursacht, kann er anteilig zur Kasse gebeten werden.

Ausnahmen gibt es: In Ein- und Zweifamilienhäusern sowie bei Ferien- und Dienstwohnungen kann der Mietvertrag unter bestimmten Umständen anderes vorsehen. Ein Boiler, den Sie selbst eingebaut haben, ist nicht mitvermietet. Im Zweifel prüfen Sie den Mietvertrag und fragen bei der Arbeiterkammer oder einer Mieterorganisation nach. Dieser Abschnitt gibt die allgemeine Rechtslage wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen zu diesem Thema.

Kann man einen Boiler selbst entkalken?

Bei einem Elektroboiler ist es mit handwerklichem Geschick möglich: Strom sicher abschalten, entleeren, Heizflansch ausbauen, Kalk entfernen, mit neuer Dichtung schließen, füllen und entlüften. Fest angeschlossene Geräte sollte eine Elektrofachkraft ab- und anklemmen.

Wie oft sollte man einen Boiler entkalken?

Das hängt von Wasserhärte und Verbrauch ab. Anhaltspunkte sind die Bedienungsanleitung und die Wasserhärte, die Ihr Wasserversorger nennt. Nach der ersten Entkalkung lässt sich das passende Intervall gut abschätzen.

Was kostet es, einen Boiler entkalken zu lassen?

Der Preis hängt von Speichergröße, Verkalkung, Einbausituation und nötigen Ersatzteilen wie Dichtung oder Schutzanode ab. Einen Richtwert für Ihr Gerät nennen wir Ihnen nach einem kurzen Telefonat.

Wer muss das Boiler-Entkalken zahlen, Mieter oder Vermieter?

Entkalken gehört in der Regel zur Wartung, und die trägt nach § 8 MRG der Mieter. Reparatur oder Austausch eines mitvermieteten Boilers zahlt seit der Wohnrechtsnovelle 2015 der Vermieter.

Woran erkenne ich, dass mein Boiler verkalkt ist?

Das Warmwasser wird früher kalt, das Aufheizen dauert länger, das Gerät knackt oder rauscht beim Heizen, und der Stromverbrauch steigt.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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